Donnerstag, 22. April 2010

frühling





wenn der ahornbaum im letzten stockwerk des IL BAU gebäudes austreibt und sein licht zur straße hinunterschickt, dann ist frühling.
wenn ich einen obstbaum setze, dann ist das eine glückliche und vollkommen tröstliche und zuversichtliche erfahrung, ich heiße ihn im garten willkommen und wünsche ihm und mir wachstum und blüte.
wenn der rharbarber schon im april als erste frucht seine blätter und saftigen stiele entfaltet, dann ist das auch ein fröhlicher hinweis auf den frühling.
und wenn ich vom balkon aus sehe, wie sich magnolienblüten und der weiße kirschbaum im frühlingswind sanft wiegen, dann bleibe ich stehen und schöpfe neue hoffnung - auch auf den langen fortbestand unserer schönen erde.

Sonntag, 11. April 2010

sonntagmorgen







am sonntagmorgen triffst du junge leute,die endlich einmal ihren arbeitsstress vergessen wollen und die sich mit partner und kind im naherholungsgebiet tummeln.
in unserer kleinen stadt gibt es mehrere möglichkeiten, sich den frischen frühlingswind um die nase blasen zu lassen. wenn du eine stunde lang dieserart deine seele baumeln lässt, bist du wieder stark und die probleme sind kleiner geworden. für mich ist es das wichtigste, abstand zu gewinnen, dann wird der kopf wieder klar und meine energie kehrt zurück.

Montag, 22. März 2010

schwimmen




auf einmal bekomme ich große lust, mich im wasser aufzuhalten, und ich packe in windeseile meine badetasche und fahre ins hallenbad.ich bezahle den eintritt für zwei stunden, ziehe mich um, hänge meine kleidungsstücke in ein kästchen, dusche mich ab und gehe unverzüglich ins wasser. das muss ich alles sehr schnell und ohne viel nachzudenken tun, weil diese unternehmung für mich eigentlich eine überwindung ist.
aber sobald ich die stufen zum wasser hinuntersteige, werde ich zu einem wesen, dem das wasser urvertraut ist; ich lege mich ins wasser und spüre diese leichtigkeit, jedes gewicht ist von mir genommen und ich vergesse den alltag, ich schwimme, ich tauche unter, ich gleite gestreckt durch das blaue element und ich paddle mit den beinen, um schneller vorwärts zu kommen.
ich hänge mich an den beckenrand und lasse mich treiben, meine wirbelsäule atmet auf, bildlich gesprochen.
lange bleibe ich nicht im wasser, es ermüdet mich sehr; aber schon auf der heimfahrt sehne ich mich wieder nach den blauen fluten und ich freue mich auf den nächsten besuch...

Mittwoch, 10. März 2010

vorfrühling




die junge sternmagnolie schützt ihre zarten blüten mit einer dicken pelzhaube-sie schützt sich vor zu wenig licht, vor zu wenig wärme-obwohl eine grelle sonne am himmel steht; schutz braucht der strauch wohl auch vor den abgaswolken einer chemischen fabrik in unserer nähe.
alle frühblüher haben wenig vertrauen in ihre umgebung, sie ummänteln ihre triebe, sie rollen sie ein oder schicken leere scheintriebe hoch.
ich frage mich, ob es schon seit jeher so war oder ob nur ich diese ängstlichen reaktionen in die blumenwelt hineindichte, weil ich meine beklemmung über die umweltveränderungen auf die natur übertrage?
manchmal erschrecke ich, wenn ich mir bewusst mache, was ich alles von den energieressourcen der erde verbrauche, mein ökologischer fußabdruck ist zu hoch, obwohl ich sehr umweltbewusst lebe und einkaufe.
ich möchte die schöne erde schützen-ich frage mich aber, ob die klimatischen veränderungen und ihre auswirkungen nicht doch teil einer naturkatastrophe sind, die niemand beeinflussen kann.
es wird wieder frühling werden, nur diese neuerliche kältewelle bringt mich zu solchen überlegungen...

Sonntag, 28. Februar 2010

kleidung




wohl jeder erinnert sich an besondere kleidungsstücke, die ihn in seinem leben begleitet haben.
als wir kinder waren, hat unsere tante für uns geschneidert-sie schnitt die teile zurecht und unsere großmutter nähte sie, derweil meine tante als sekretärin arbeitete.
schon das aussuchen der modelle, das maßnehmen, die anproben waren ereignisse mit einem besonderen reiz.noch heute erinnere ich mich an die mit warmem flanellstoff gefütterten anoraks aus festem popeline mit dreieckiger kapuze und an die schönen kleider aus braun-beigem pepitastoff, die wir zu ostern bekamen.
später ließ unsere mutter für uns bei einer schneiderin arbeiten, das auswählen der stoffe machte ihr freude und sie unterhielt sich gut bei den fachgesprächen mit der gemütlichen frau skiwa.auch mein kleid für den maturaball ließ sie bei ihr anfertigen, es war aus weißem besticktem damast, ärmellos, tailliert, mit rundem halsausschnitt, der mit einem paillettenbändchen paspoulliert war...
eines meiner wertvollsten kleider war die mölltaler festtagstracht,ein dirndlgewand, das ich als chormitglied für die aufführungen des gesangsvereins brauchte. ich staunte in der schneiderwerkstatt des heimatwerks über die vielfalt der muster und farben und ich befühlte ehrfürchtig die edlen stoffe aus leinen,aus brokat und aus seide.viele arbeitsschritte wurden handgefertigt, alles zeugte von hoher qualität, von fleiß und genauigkeit.
wenn mir heute mein sohn ein designerstück aus wien mitbringt, so erkenne ich an ihnen die gleichen hochwertigen eigenschaften, die diese kleidungsstücke so edel wirken lassen: fein genähte knopfschlaufen, liebevoll ausgedachte detailles und wertvolle, feinste stoffe.
mit jedem kleidungsstück sind auch erinnerungen verbunden; wohlwollende und lächelnde blicke umfingen mich, wenn ich ein modell oder eine kleidungskombination trug, die auch ich selbst als angenehm und gelungen empfand.
nur schade ist, dass man nicht jedes kleidungsstück sein leben lang aufbewahren kann...

Freitag, 12. Februar 2010

hobby...






als ich vor zwei jahren den line-dance kurs auf der volkshochschule besuchte, konnte ich noch nicht ahnen,dass mir diese art zu tanzen zu einem freizeitvergnügen werden würde...
einige tanzschritte nach rechts und nach links,einige drehungen und richtungswechsel-schwierig genug für eine blutige anfängerin wie für mich-mehr abwechslung wäre wohl nicht möglich, so dachte ich bei mir.
aber da täuschte ich mich sehr; jeder neue tanz brachte neue schritte und neue tanzfiguren, mancher tanz war anmutig und weich, mancher war schnell und mit lautem stampfen zu tanzen, andere waren zu springen, der nächste tanz brachte bewegungspausen und war mit verhaltener kraft zu tanzen.
eine schwierigkeit war, in einer reihe mit den mittänzerInnen zu bleiben: get in line-das musste der vortänzer oft genug verlangen. natürlich war es auch eine hilfe, wenn man vor sich und hinter sich jemanden hatte, von dem man die tanzschritte kopieren konnte, denn auf den vortänzer fehlte manchmal die sicht.
zur zeit treffe ich mich einmal wöchentlich mit freundInnen, die das gleiche interese am tanzen haben; jeder bringt seine CDs mit, wir tanzen nicht nur zu country-music, jede art von musik ist möglich.
jeder hält sich an die tanzschritte-und doch hat jeder seine eigen art, den tanz zu interpretieren, sei es mit seiner körperhaltung, mit dem einsatz seiner kraft oder auch mit seinen armbewegungen.
oft sehe ich, wie ernst und angespannt die menschen zum tanzabend kommen, auch während des tanzens ist ihre miene noch verkrampft; doch irgendwann im verlauf des abends kommt jeder mit seinen privaten troubles ins reine, und wenn er sie auch nur vergessen kann, ist es ihm -oder ihr-eine echte hilfe, mit seinem alltag klar zu kommen.
ich hoffe für mich, dass ich noch länger diesem tanzvergnügen frönen kann...

Samstag, 2. Januar 2010

brauchtum




wenn um die weihnachtszeit die barbarazweige aufblühen und die strahlendweißen kirschblüten inmitten des bunten weihnachtsschmucks zu sehen sind, freut sich jeder über sie.
ich freue mich über sie nicht nur wegen ihrer zarten schönheit, sondern auch wegen ihrer positiven symbolhaftigkeit. wenn die kirschzweige, die schon am 4.dezember eingefrischt werden, pünktlich am heiligen abend aufblühen, so steht im nächsten jahr gar eine hochzeit ins haus;
wenn sie in den weihnachtsfeiertagen erblühen, bringen sie glück und angenehme freundschaften in den kreis der familie.
ich hole jedes jahr die kirschzweige aus dem garten,- aber sie sind nur selten aufgeblüht-ich wartete und gab ihnen mehr zeit und viel gute zusprache, allein es
half alles nichts und die knospen verdorrten am zweig, ohne sich zu öffnen. da half nur mehr, sie wegzuwefen und sie zu vergessen, um nicht über die erste enttäuschung im neuen jahr traurig zu werden.
heuer erblühten die barbarazweige schon am 25.dezember, und jeden tag seither öffnen sich neue knospen; sie bringen mir hoffnung und zuversicht-für mich und die meinen, aber auch für das fortbestehen der natur und der lebensräume für mensch und tier.