Donnerstag, 26. November 2009

vom lesen



wenn alle arbeit des tages getan ist, setze ich mich gemütlich hin und lese in meinem buch weiter und verfolge gespannt das schicksal der protagonisten. noch immer vergesse ich dabei den alltag und die eigenen probleme, wie es auch schon war, als ich als kind und jugendliche die erzählungen und geschichten in einem buch aufnahm.
das lesen hat mir mein ganzes leben lang viel bedeutet. ein buch ist zu einem freund geworden, ich erfuhr, dass andere menschen die gleichen gefühle und gedanken hatten wie ich.
es war mir nicht wichtig, ob die bücher von bedeutenden autoren stammten, ich las alles, was ich bekommen konnte-ob das die schundromane waren, die meine tante in einem zeitungskiosk verkaufte, ob es die geschichten von karl may waren oder gar die deutschen heldensagen, old shatterhand oder dietrich von bern, sie brachten mich beide zum lachen oder weinen und ließen mich träumen von treue und ehre und freundschaft bis in den tod.
in späteren jahren verehrte ich hermann hesse und seine dichtersprache, seine anschauungen machte ich zu meinen eigenen. gleichzeitig schüttelte ich mich vor lachen über die humorvollen satiren des ephraim kishon und las natürlich die dramen schillers und den faust von goethe, wie es mein deutschprofessor verlangte.
in den letzten jahren las ich alle krimis von george simenon, in denen komissar maigret auf seine psychologisch feinfühlige art auf verbrecherjagd ging.
im heurigen jahr las ich über den niedergang der bildungsbürger in der ehemaligen ddr im turm von uwe tellkamp. dann machte ich mich, angeregt natürlich von meinem literaturversiertem sohn, als erinnerung an den urlaub in norwegen über den dreibändigen roman von kristin lavranstochter von sigrid undset.
nach meiner lektüre bin ich immer eine zeitlang geistig gefangen von der zeit, in der meine heldInnen leben; wenn jemand im verlauf einer handlung beginnt, über den sinn des lebens zu philosophieren, so finde ich seine gedanken ähnlich den meinen, die aber noch nicht ganz durchdacht sind-dafür muss ich mir noch viel zeit nehmen...

Montag, 19. Oktober 2009

vom wohnen...




geschichte des wohnens, von der höhle im felsen bis zum wolkenkratzer, das war im herbst, wenn man sich in sein haus zurückzuziehen begann,ein sachkundliches thema in der schule. den kindern im dorf war natürlich die höhle eher vorstellbar als ein hochhaus in einer fernen und riesigen großstadt.
aber interessant fanden es schon die kleinen volksschüler, für sich ein dach über den kopf zu bauen oder den bau eines hauses zu planen und sich eine einrichtung vorzustellen. im werkunterricht wurden abenteuerliche gebilde aus schachteln zusammengestellt oder es wurde in skelettbauweise aus stäben und platten ein turm gebaut. die kinder brachten bausteine aus holz oder legosteine von ihrem spielzeugschatz von zuhause mit, bauten häuser und zäune und bevölkerten sie mit figuren und tieren und spielten hingebungsvoll in jeder pause ihren traum vom wohnen, von geborgenheit und auch von abenteuern.
und jeder erwachsene schafft sich auch irgendwann einmal, wenn das leben sich zu ordnen und festzufügen beginnt, seine eigenen vier wände. und jeder gestaltet sie, wie es zu ihm passt-in jeder art zu wohnen gibt es verschiedene winkel, die genau zu diesem individuum passen , das in den räumen lebt
wenn man in eine wohnung kommt, die für eine zeitlang vom bewohner verlassen worden ist, umweht einen sofort eine kühle empfindung-jedes ding wird sinnlos und kalt, wenn kein mensch da ist, für den sie eine bedeutung haben und für den sie eine funktion erfüllen.
der mensch ist einfach das wichtigste und stärkste geschöpf,ein lebenslanger energiespender in allen kulturellen und alltäglichen bereichen. ohne den phantasiebegabten und mutigen menschen ist nichts möglich.

Dienstag, 29. September 2009

herbstbeginn





ich mag den herbst; natürlich erschrecke ich, wenn ich die kühleren abende realisiere und wenn sich mir morgens im garten die spinnfäden anheften und wenn sich die ersten blätter des wilden weins verfärben..
aber ich mag die sanftheit, mit der der leichte wind die kirschbaumblätter herabschweben lässt;
ein schmaler nebelstreifen verflüchtigt sich schnell und spendet dem garten feuchtigkeit
ich beobachte die katze, die sich mit untrüglichem instinkt die intensivste wärme aus dem boden holt;
die blumen sind unerschütterlich und schieben tapfer immer neue knospen hervor und hoffen auf die hilfe der sonnenstrahlen um die mittagszeit, um sie zum blühen zu bringen...
noch stehen alle gartenbänke und stühle im freien und laden jeden zur rast ein, noch ist der garten wie ein wohnraum..

Montag, 7. September 2009

erntezeit



als ich ende august in unserem garten den ersten großen schwarzen rettich sah,war ich überrascht, denn normalerweise ist er in dieser größe erst im herbst zu sehen.
aber da ich auch zwei schöne und gesunde , nicht von der gemeinen tomatenfäule befallene tomaten pflücken konnte und auch eine kleine, nicht von schnecken angefressene aubergine aus dem garten mitnahm, wollte ich die früchte ehrenhalber in einem foto verewigen;
denn ich bin schon sehr bescheiden geworden in bezug auf die erträge aus dem garten nach einem arbeitsreichen frühling und sommer. ich teile sie ungefragt, nicht gerne aber notgedrungen, mit vögeln, schnecken, käfern, raupen, haselmäusen, wespen...und allem anderen getier,das eben in einem biogarten vorkommt.
um den pflanzen ein wenig zu helfen, kümmere ich mich um informationen über positive mischkulturen; so wuchsen tomaten mit petersilie heran, was heuer besonders dem petersil gut tat. kartoffeln neben buschbohnen brachten den buschbohnen einen prima ertrag; spinat neben erbsen-diese gemeinschaft ließ besonders die erbsen gut sprießen; rote bete wuchs sehr gut neben bohnenkraut, und karotten keimten üppig neben zwiebeln, bis sie aus irgendeinem grund mitten im wachstum leider verdorrten.
zucchinis wachsen jetzt im spätsommer zuhauf, mit dem kürbis hokkaido hatte ich kein glück, die schnecken waren sehr auf den verzehr ihrer blüten und kleinen fruchtknollen aus.
die tipps für den gemüseanbau in mischkulturen erhielt ich aus dem büchlein"mischkultur im hobbygarten"von schwester christa weinrich osb, ulmer verlag.

Samstag, 11. Juli 2009

wandern...




wenn du deinen kopf klarer und dein gemüt leichter bekommen willst, so musst du eine wanderung machen. beim bergaufgehen bleibst du nicht stehen,bis du außer atem gekommen bist und bis du das ebene land von oben betrachten kannst.
beim weiterwandern lässt man sich nun mehr zeit, lässst dem weidevieh und neugierigen pferden den vortritt und sieht nun die ersten almblumen-den arnika, den almrausch und die fellglockenblume.es begleiten dich einige raben, das surren der insekten klingt dir laut um die ohren. erste gesteinsbrocken und grasbüschel mit starren halmen künden dir das baldige ende der waldregion.
du überquerst die almwiesen und wanderst in plötzlicher leichtigkeit den höhensteig entlang bis zum gipfelkreuz-dort kannst du einen ersten jauchzer machen, wenn es dich freut!
der abstieg ist ein vergnügen, du machst großzügige abkürzungen und erreichst bald den parkplatz.
du bist müde, aber glücklich..

Samstag, 13. Juni 2009

planetengarten



im eggenberger schlosspark gibt es einen planetengarten, für jeden planeten wurden typische sträucher und blumen gesetzt.
vorbei an schreienden pfauen, die dutzendweise über die kieswege und wiesen und den teichweg stolzierten,gingen wir zum nordrand des parks und gelangten in den großen planetengarten.
der kriegerische mars wurde mit vielen roten, stachelig abweisenden berberitzensträuchern in szene gesetzt, die noch dazu in einer vielzackigen sternform arrangiert waren.
venus wurde präsentiert mit rosen in vielen variationen, mit rosenbäumchen und rosenbögen und großen, betörend dufenden alten rosensträuchern.
am meisten beeindruckt hat mich aber die gestaltung des großen fixsterns, unserer sonne. ein breiter bogendurchgang war der hauptteil der sonnen gestaltung; und jeder bogen war berankt mit goldregen und geißblatt, und in der morgensonne strahlten die gelben und orangen blüten um die wette. und automatisch erhellte sich das gemüt des menschen, der langsam durch den farbzauber spazierte.
wahrscheinlich wird es in jeder jahreszeit andere blüten für die planeten geben, es wird sich auch im sommer oder herbst ein ausflug in die grazer umgebung lohnen..

Freitag, 12. Juni 2009

pfingstrosen


bauernrosen heißen sie auch noch, diese üppigen blüten mit ihrem bittersüßem, unverwechselbarem duft, mit den in drei kreisen angeordneten, ein wenig zerzausten blütenblättern.lange lassen sie sich zeit, langsam füllen sich die knospen und wachsen, zuletzt brauchen sie auch noch kleine ameisen, die eifrig an den blatträndern zerren, um endlich aufzubrechen. ich beuge mich über die blüten nd atme ihren duft ein, ich bin immer wieder dankbar, wenn er gleich geblieben ist und mich an viele frühere blüten erinnert; es gab nur einen menschen der mir großzügig erlaubte, einen ganzen stauß der pfingstrosen zu pflücken-meine tante loisi, und auf immer werden diese blumen mich an sie denken lassen. natürlich habe ich mittlerweile auch eigene pfingstrosen, aber ich nehme nur geknickte blüten ins haus und bewache ängstlich ihre vollzähligkeit...aber im innersten weiß ich sehr wohl, dass schöne dinge mit den mitmenschen geteilt werden müssen, um über sie vollkommen glücklich sein zu können...