Mittwoch, 16. Juni 2010

busreise in die toskana




sanftes wandern in der toskana - das war das thema der reise, und es war wirklich eine angenehme mischung aus busfahrt, wanderung und besichtigung der schönen gegend um siena, san gimignano und volterra.




die zypressen, die olivenbäume, blühende ginsterbüsche und weinberge, alles bot sich mir so dar, wie ich es mir erträumt hatte. natürlich blieb nicht die zeit, innezuhalten und einen ergreifenden anblick lange zeit auf sich wirken zu lassen, aber die fotos helfen mir, die landschaft wieder erstehen zu lassen.


einen samstagnachmittag verbrachten wir in volterra, und da zeigten sich in der frühsommerlichen wärme die jungen mädchen in schönen sommerkleidchen und mit einem hauch von sandalen an den füßen, was gleich das südliche flair aufleben ließ und an die unbeschwerte selbstverständlichkeit im ungang mit sommerlicher hitze aller italiener erinnerte.



alle die kleinen städte der umgebung haben einen mittelalterlichen stadtkern mit einer burg oder einer klosteranlage, und von der anhöhe aus gibt es einen weiten ausblick über die gepflegten weinberge. am rand der reihen mit den rebstöcken werden rosenbüsche gepflanzt, die mit ihrem wuchs die gesundheit der reben anzeigen.



eigentlich würde ich sehr gerne und sofort wieder einen besuch in der toskana machen...

Mittwoch, 2. Juni 2010

veränderungen



das gartengesicht verändert sich im frühling ununterbrochen, eine woche reicht aus, um völlig neue und andere blüten und pflanzen zum vorschein zu bringen.
ein blühender strauch, der erst in diesem jahr seine tellergroßen blüten zeigt, wächst vor unserem haus, auf der "gassenseite", er wächst etwas in die breite statt in die höhe, weil ein vorüberkommender ihm den senkrecht wachsenden ast gekappt hat; trotzdem ist der "rote holler" zur zeit eine augenweide.
aahs und oohs erntet die clematis, die üppig und überaus prächtig ihre wohl hundert blüten platzen lässt, ein echtes wunder in diesem frühsommer, der wirklich zu kühl ausfällt!
auf dem balkon oder in planzschüsseln an der hauswand gezogene zucchinis trotzen den widrigen klimatischen verhältnissen ebenso und verheißen gutes wachstum und viele wohlschmeckende früchte.

Sonntag, 23. Mai 2010

ausstellungsbesuch







über die stabile holztreppe steigst du zwei stockwerke hoch und bewunderst auf den einzelnen etagen die tuschezeichnungen des karikaturisten und malers paul flora.

der künstler (1922-2009) traf sich im verlauf seines lebens mit dem satirischem schriftsteller ephraim kishon, mit dem filmemacher und karikaturisten loriot und mit dem schweizer autor dürrenmatt;
alle diese namen verbinde ich mit vielen vergnüglichen stunden meines lebens;
und die, von thomas flora, dem sohn des künstlers, gesammelten und herausgegebenesn kunstwerke wie die des bildbandes "ein tanzvergnügen" sprechen dieselbe humorvolle sprache wie die essays von kishon.
paul flora macht sich natürlich auch lustig über die überheblchkeit des menschen,der sich so unverletzbar wähnt und der ganz übersieht, wie winzig er sich vor den gewaltigen bergen der alpen ausmacht, wenn er seinem freizeitvergnügen, dem wandern, frönt...
ein lieblingsmotiv des malers und zeichners paul flora war venedig, und den fragilen gondolieres vor dem markusplatz ist ihre gefährdung auch nicht bewusst, aber der künstler legt ein bedrohliches gespinst über ihr tagwerk.
dieses liebevolle augenzwinkern, wenn es um eine möglicherweise kleine arroganz des menschen geht, finde ich sehr sympathisch und liebenswert.

Dienstag, 4. Mai 2010

erinnerungen



heute fallen mir, ich weiß nicht warum, einige kleidungsstücke aus meinem leben ein; es waren lieblingsstücke von mir, die auch bei anderen frauen bewunderung erregt haben, um die sie mich sogar beneidet haben...
da fällt mir ein hosenanzug aus dunkelgrünem, mit schwarzem dünnem faden durchzogenem leinen ein. die jacke war hüftlang, tailliert und hatte einen kleinen stehkragen, die hose war sehr weit und lang. ich trug ihn bei meinem besuch in lissabon, als ich mit meinem sohn durch die avenida da liberdade spazierte und auch im beschaulichen ort ericeira, wo ich eine frische brise vom atlantik spürte...
einmal trug ich in italien ein paar sandalen aus blau-beigem schlangenimitat, und plötzlich bemerkte ich am nebentisch im kleinen ristorante einige ältere damen, die heftig diskutierten und immer wieder auf meine schönen schuhe deuteten und sich gar nicht daran satt sehen konnten, mir blieb nur die flucht...
einmal besaß ich eine sehr aparte dreiteilige kombination: eine kurze jacke aus dunkelrosa wollstoff, der in querstreifen strukturiert war: der rock war aus glattem dunkelblauem wollstoff mit dünnen altrosa streifen und die bluse war aus feiner seide, blau-altrosa längsgestreift mit einer dünnen masche um den hals. vielleicht passte mir nach einiger zeit die kleine größe nicht mehr, ich kann mir heute nicht mehr erklären, aus welchem grund ich dieses perfekte kostüm weggegeben habe...
mit einer kollegin war ich zum schulschluss in einem unausgesprochenem wettstreit um eine kleidung, die guten geschmack ebenso zeigen sollte wie mut zu einer kreativen mode. so kaufte ich einmal ein gelbes kleid aus feinem strick, das erhabene und feinere streifen hatte, einen runden halsausschnit und schön gezogene dreivietelärmel mit einer schmalen festen kante; das oberteil fiel locker über die weich geraffte taille. das pendant meiner kollegin weiß ich icht mehr, aber ihre kombinationen gefielen mir selten...

Donnerstag, 22. April 2010

frühling





wenn der ahornbaum im letzten stockwerk des IL BAU gebäudes austreibt und sein licht zur straße hinunterschickt, dann ist frühling.
wenn ich einen obstbaum setze, dann ist das eine glückliche und vollkommen tröstliche und zuversichtliche erfahrung, ich heiße ihn im garten willkommen und wünsche ihm und mir wachstum und blüte.
wenn der rharbarber schon im april als erste frucht seine blätter und saftigen stiele entfaltet, dann ist das auch ein fröhlicher hinweis auf den frühling.
und wenn ich vom balkon aus sehe, wie sich magnolienblüten und der weiße kirschbaum im frühlingswind sanft wiegen, dann bleibe ich stehen und schöpfe neue hoffnung - auch auf den langen fortbestand unserer schönen erde.

Sonntag, 11. April 2010

sonntagmorgen







am sonntagmorgen triffst du junge leute,die endlich einmal ihren arbeitsstress vergessen wollen und die sich mit partner und kind im naherholungsgebiet tummeln.
in unserer kleinen stadt gibt es mehrere möglichkeiten, sich den frischen frühlingswind um die nase blasen zu lassen. wenn du eine stunde lang dieserart deine seele baumeln lässt, bist du wieder stark und die probleme sind kleiner geworden. für mich ist es das wichtigste, abstand zu gewinnen, dann wird der kopf wieder klar und meine energie kehrt zurück.

Montag, 22. März 2010

schwimmen




auf einmal bekomme ich große lust, mich im wasser aufzuhalten, und ich packe in windeseile meine badetasche und fahre ins hallenbad.ich bezahle den eintritt für zwei stunden, ziehe mich um, hänge meine kleidungsstücke in ein kästchen, dusche mich ab und gehe unverzüglich ins wasser. das muss ich alles sehr schnell und ohne viel nachzudenken tun, weil diese unternehmung für mich eigentlich eine überwindung ist.
aber sobald ich die stufen zum wasser hinuntersteige, werde ich zu einem wesen, dem das wasser urvertraut ist; ich lege mich ins wasser und spüre diese leichtigkeit, jedes gewicht ist von mir genommen und ich vergesse den alltag, ich schwimme, ich tauche unter, ich gleite gestreckt durch das blaue element und ich paddle mit den beinen, um schneller vorwärts zu kommen.
ich hänge mich an den beckenrand und lasse mich treiben, meine wirbelsäule atmet auf, bildlich gesprochen.
lange bleibe ich nicht im wasser, es ermüdet mich sehr; aber schon auf der heimfahrt sehne ich mich wieder nach den blauen fluten und ich freue mich auf den nächsten besuch...